Deutscher Gewerkschaftsbund

16.01.2013
Metall- und Elekto Handwerk vor großer Herausforderung

Neujahrskonferenz der Handwerker in der IG Metall in OWL

Handwerk

Marx, Stefan DGB OWL Organisationssekretär IGM Herford

Etwa 50 Teilnehmer konnte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Herford, Peter Kleint, zur tarifpolitischen Neujahrskonferenz im „Best Western Hotel Bonneberg“ am Samstag, den 12.01. in Vlotho begrüßen.

Hauptredner war Bernd Epping von der Bezirksleitung NRW. Sein Thema: „Tarifpolitik im Handwerk – Chance und Herausforderung“. Ein weiterer Schwerpunkt war die Wahl des neuen Sprechers für die Handwerksausschüsse der ostwestfälischen IG Metall-Verwaltungsstellen Detmold, Herford, Minden und Paderborn. Vorgeschlagen und einstimmig gewählt wurde Frank Rüter, Betriebsratsvorsitzender der Firma Jenz GmbH in Petershagen.

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Bernd Epping von der Bezirksleitung NRW IGM Herford

Nachdem sich die Handwerker am Frühstücksbuffet gestärkt hatten, erläuterte Bernd Epping die tarifpolitische Landschaft im Handwerk Nordrhein-Westfalens. „Neben Flächentarifverträgen gibt es auch immer mehr Anerkennungstarifverträge und Haustarifverträge. Die große Anzahl an Betrieben ohne Tarifbindung führt zu sätzlich zu Unübersichtlichkeit und stark differenzierten Arbeitsbedingungen der Handwerker“, so Epping.

Die nächste Herausforderung für die IG Metall sind die Tarifverhandlungen im Elektrohandwerk. Dort haben die Arbeitgeber den Manteltarif und den Tarifvertrag über Sonderzahlungen gekündigt. Epping: „Sie wollen Arbeitszeit verlängern, Urlaubstage streichen und Urlaubsgeld kürzen.“

Mit selbstbewussten und gut organisierten Beschäftigten will die IG Metall eine Handwerksoffensive unter dem Motto „Wir verstehen unser Handwerk“ starten, um weitere Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen zu verhindern und notwendige Verbesserungen durchzusetzen. Epping verwies auf gute Beispiele im Schlosserhandwerk und im Kraftfahrzeugewerbe. Erfreulich sei auch, dass die IG Metall nach vielen Jahren im Tischlerhandwerk wieder Tarifverträge vereinbaren konnte.

Epping bedauerte, dass das das Handwerk leider teilweise noch in alten Strukturen verharre. Der demografische Wandel zwinge aber das Handwerk, sich dem Wettbewerb mit der Industrie um gute Auszubildende und Facharbeiter zu stellen. „Eine Imagekampagne in den Medien reicht da nicht. Auch die Arbeitsbedingungen müssen passen“, so Epping.

Ralf Noltemeyer, Vizepräsident der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, wies auf das Neubauprojekt Campus Handwerk hin. Er verspricht sich hiervon, insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung, gute Voraussetzungen für die Zukunft. Unzufrieden zeigte er sich mit Innungen, die Ihren Aufgaben, Tarifverträge mit anerkannten Gewerkschaften abzuschließen, nicht gerecht werden.

Alle Beteiligten waren sich einig: Das war eine gelungene Veranstaltung- die IG Metall geht im Handwerk gestärkt in die nächsten Auseinandersetzungen.

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