Deutscher Gewerkschaftsbund

23.05.2018

Feride Ciftci ist neue Jugendbildungsreferentin beim DGB OWL

Neue DGB-Jugendbildungsreferentin Feride Ciftci

DGB OWL

Feride Ciftci (28) ist seit dem 1. Mai 2018 die neue Jugendbildungsreferentin beim DGB OWL und tritt somit Sarab Aclans Nachfolge an. Ihren Bachelor in Soziologie und Master in Politische Kommunikation absolvierte sie an der Universität Bielefeld. Dort setze sie sich auch für die Belange der Studierendenschaft ein – u.a. als AStA-Vorsitzende. Gewerkschaftlich ist Feride Ciftci seit mehreren Jahren in ver.di beheimatet und hat sich stark in der Jugend-Gruppe engagiert. Zudem ist sie die Vorsitzende der ver.di Frauen-Ortsgruppe Bielefeld und Gütersloh.

Frage: Feride du bist seit fast einem Monat beim DGB OWL als Jugendbildungsreferentin tätig. Wie gestaltet sich die DGB Jugendarbeit?

Die Jugend-Arbeit ist so divers wie die jungen Menschen selbst. Sie bearbeitet viele unterschiedliche Bereiche, aber im Kern bildet die Frage nach Ausbildung, Arbeit und Zukunft der Arbeit das zentrale Anliegen. Dabei spielen die Belange der Auszubildenden und der Studierenden bezüglich der sozio-ökonomischen Verhältnisse in der Gesellschaft eine wichtige Rolle.

In diesem Rahmen organisieren wir als Gewerkschaftsjugend Seminare, Workshops, diverse kulturelle Aktivitäten und Aktionen.

Frage: Was macht die Jugendarbeit beim DGB interessant für dich?

Die DGB Jugend bietet allen Gewerkschaftsjugenden eine gemeinsame Plattform. Diesen Vernetzungscharakter finde ich sehr spannend, weil dadurch der Begriff der Solidarität innerhalb der Gewerkschaftsbewegung zu einem gelebten Prinzip wird. Als Jugendbildungsreferentin arbeite ich auch mit den Jugendsekretär_innen der Einzelgewerkschaften eng zusammen. Mit gebündelter Kraft erreichen wir stets mehr.

Frage: Wie bist du eigentlich zur Gewerkschaft gekommen?

Als Kind einer Arbeiterin und eines Arbeiters mit sog. „Migrationshintergrund“ war mir bereits im Kindesalter bewusst, dass viele Mitschülerinnen und Mitschüler im Vergleich zu mir bestimmte Privilegien besaßen und mir in vielen Dingen voraus waren. So habe ich mich schon sehr früh mit Marx’ Werken und der Arbeiter_innenbewegung, dessen wichtiger Bestandteil die Gewerkschaften sind, auseinander gesetzt. In Folge dessen habe ich ein gewisses Bewusstsein und Verständnis für gesellschaftliche Verhältnisse entwickeln können. Auch wurden mir dadurch die Entwicklungen der Geschichte und die Errungenschaften der Gewerkschaften sehr deutlich.

Aus diesen Gründen bin ich eine überzeugte Gewerkschafterin geworden.

Frage: Was beschäftigt deiner Ansicht nach die Jugend unserer Zeit? Wo würdest du die wichtigen Themen der Jugend verorten?

Die Jugend von heute hat große Angst davor abgehängt und zu den Verlierer_innen der Gesellschaft zu werden. Um dem entgegenzuwirken, versuchen sie in der „Leistungsgesellschaft“ immer höhere Abschlüsse, Qualifikationen und Zertifikate zu erlagen. Doch nicht alle besitzen dafür die nötigen Ressourcen. Hinzu kommt, dass wir in sehr bewegten und unsicheren Zeiten leben. Dies alles führt zu vielen Spannungen.

Frage: Welche Projekte und Aktionen wirst du demnächst angehen?

Es ist grad viel in Planung: Im Rahmen des großen Projekts Azubi-Ticket der DGB-Jugend NRW werden wir eine Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten organisieren. Außerdem haben wir am 16. Juni um 15 Uhr im DGB in Bielefeld einen Sommerempfang für alle Gewerkschaftsjugenden und jungen Menschen, die an einem gewerkschaftlichen Engagement Interesse haben. Dazu sind alle jungen Leute eingeladen. Die Planungen der Berufsschultouren sind in vollem Gange. Auch wollen wir im Rahmen der NRW-weiten Aktionswoche der DGB-Jugend „Gutes Studium“ im Dezember an drei Hochschulen in OWL auf die problematischen Studienbedingungen aufmerksam machen und mit Studierenden ins Gespräch kommen.


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