Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2018-20 - 03.07.2018

Betriebs- und Personalräte in Ostwestfalen-Lippe gestalten Gesundheitsschutz und Weiterbildung in der digitalen Arbeitswelt

Eröffnung Digitalisierungstagung Anke Unger

DGB-Regionsgeschäftsführerin Anke Unger eröffnet die regionale Digitalisierungstagung. DGB OWL

Bielefeld. Der Deutsche Gewerkschaftsbund zieht ein positives Resümee aus seiner regionalen Fachtagung „Beschäftigte first! Gesundheitsschutz und Weiterbildung in der digitalen Arbeitswelt“, die am 26. Juni in Bielefeld stattgefunden hat. Rund sechzig Betriebs- und Personalräte aus Ostwestfalen-Lippe sind auf Einladung des DGB und Arbeit & Leben Bielefeld zusammengekommen, um sich mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, Arbeitsmarktpolitik und betrieblichen Praxis auszutauschen.

Anke Unger, Regionsgeschäftsführerin des DGB, erklärt: „Den Betriebs- und Personalräten kommt aus unserer Sicht eine herausgehobene Bedeutung zu, wenn es darum geht, den digitalen Wandel zu gestalten. Das große Interesse an unserer Tagung zeigt, es wird zunehmend wichtiger, Beschäftigte weiterzubilden und gesundheitlichen Belastungen durch neue Formen des Arbeitens entgegenzuwirken. Nur durch unsere aktive Mitbestimmungen kann die Digitalisierung zu humaneren Arbeitsbedingungen und mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen.“

In ihrem Eröffnungsvortrag unterstrich die Vorsitzende des DGB NRW, Anja Weber, die Digitalisierung als Gestaltungsaufgabe der Gewerkschaften sowie der Betriebs- und Personalräte und stellte Leitlinien für gute Arbeit in der digitalen Arbeitswelt vor. An vorderster Stelle sei es notwendig, den Menschen und seine Arbeit in den Mittelpunkt der neuen Veränderungen zu stellen und nicht als Anhängsel der Technik zu betrachten. „Beschäftigte first!“ müsse das Leitmotiv der Digitalisierung werden.

Dr. Elke Ahlers, Referatsleiterin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, ging in ihrem Referat auf wesentliche Folgen der Digitalisierung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz ein: Entgrenzung, Arbeitsverdichtung und zunehmender Leistungsdruck. Die Gefährdungsbeurteilung stelle einen zeitgemäßen Ansatz dar, um präventiv Schwachstellen und Reibungspunkte in der betrieblichen Organisation aufzudecken und Arbeitsbedingungen sozialpartnerschaftlich zu gestalten.

Eine weitere Perspektive brachte Julian Dupont, Arbeitsmarktbeobachter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, ein. Dupont präsentierte, wie die Digitalisierung schon heute betrieblich genutzt wird und wie sich berufliche Tätigkeiten durch die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung verändern. Daher sei Aus- und Weiterbildung für die Beschäftigten von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus erfordere Arbeit 4.0 das Zusammenwirken aller Arbeitsmarktakteure.


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