Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2018-22 - 18.07.2018

Sozialer Arbeitsmarkt für Ostwestfalen-Lippe

Langzeitarbeitslosen eine wirkliche Chance auf Teilhabe geben und sie nicht ausbeuten

Der Weg für mehr soziale Teilhabe in Ostwestfalen-Lippe ist geebnet. Heute hat das Bundeskabinett über den Gesetzesentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil für einen sozialen Arbeitsmarkt entschieden. Dieser geht nun in die politische Beratung in den Bundestag. Für den DGB Ostwestfalen-Lippe ist dies ein wichtiger Schritt zur sozialen Gerechtigkeit, denn auch in OWL sind trotz guter Arbeitsmarktlage rund 37.000 Menschen langzeitarbeitslos.

„Es ist gut und richtig, Langzeitarbeitslosen eine neue Perspektive zu eröffnen und für sie öffentlich geförderte Arbeitsplätze zu schaffen“, bewertet Anke Unger, Regionsgeschäftsführerin des DGB Ostwestfalen-Lippe den aktuellen Gesetzesentwurf. Nur durch öffentlich geförderte Beschäftigung würden Menschen wieder eine Chance auf soziale Teilhabe durch Erwerbsarbeit erhalten.

„Der Weg ist geebnet, damit das Förderprogramm aber kein Flop wird und sein Ziel nicht verfehlt, müssen vollwertige, sozialversicherte Arbeitsplätze geschaffen werden. Dazu gehört auch, dass Langzeitarbeitslose nicht als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden, sondern für ihre Arbeit nach dem örtlichen Tariflohn vergütet werden“, macht Anke Unger deutlich.

Darüber hinaus bemängelt Anke Unger, dass der aktuelle Gesetzesentwurf vorsieht, nur Menschen zu fördern, die bereits seit mindestens acht Jahren arbeitslos sind: „Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto schwerer wird es, die Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Deshalb muss der soziale Arbeitsmarkt früher ansetzen. Bei der Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen auch soziale Kriterien wichtig sein. So sollten schwerpunktmäßig Langzeitarbeitslose mit Kindern von dem Angebot profitieren.“

 

Hintergrund: Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 5,8% macht die Arbeitsmarktlage in Ostwestfalen-Lippe einen insgesamt guten Eindruck. Dennoch sind in OWL gegenwärtig 36.993 Menschen als langzeitarbeitslos registriert. Als langzeitarbeitslos gilt, wer ein Jahr und länger arbeitslos ist. Die wenigsten Langzeitarbeitslosen finden eine neue Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt.

 

Weitere Infos und zu den konkreten Anforderungen des DGB finden Sie hier: http://www.dgb.de/themen/++co++ecb0ea20-5f45-11e8-99d9-52540088cada


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