Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 1 - 08.01.2021

Die Corona-Pandemie trifft den Ausbildungsmarkt sehr hart.

DGB warnt vor Langzeitschäden für berufliche Bildung

Die Corona-Krise droht Langzeitschäden auf dem Ausbildungsmarkt zu hinterlassen. Es wurden sogar 15 Prozent weniger Ausbildungsverträge im Kreis Lippe abgeschlossen, als in der globalen Finanzkrise 2009/ 2010. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ausbildungsplatzsituation ebenfalls um 14% weniger abgeschlossener Ausbildungsverträge verschlechtert. Laut den analysierten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Detmold und des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Bonn kommen auf 100 Ausbildungssuchende 80 Ausbildungsstellen. Jeder 5. Jugendliche auf der Suche nach einer beruflichen Ausbildung geht somit leer aus.

Die Corona-Krise trifft auf einen ohnehin schon angespannten Ausbildungsmarkt. Schon vor Corona blieb gut jeder dritte Jugendliche mit Hauptschulabschluss ohne Ausbildung.  Alle Vorzeichen zeigen schon jetzt, dass das Ausbildungsjahr 2021 kaum besser wird. Vor allem junge Menschen mit niedrigen oder mittleren Schulabschlüssen sowie Jugendliche aus Einwandererfamilien drohen zu den Verlierern der Krise zu werden.

Dazu kommt, dass nur noch jeder fünfte Betrieb überhaupt noch ausbildet. Viele Betriebe und Unternehmen scheuen die Mühen, die eine gute Ausbildung junger Menschen mit sich bringt. Damit schneidet sich die Wirtschaft jedoch ins eigene Fleisch: der Ausbildungsplatzmangel von heute ist der Fachkräftemangel von morgen. Wer nicht ausbildet, darf nicht erwarten, dass die Schlange bei der nächsten Personalsuche lang sein wird.

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ mit seinen Ausbildungsprämien mag als Erste Hilfe dienen. Es setzt aber nur an den Krisensymptomen an. „Wir brauchen in der Ausbildung strukturelle Änderungen. Nötig ist eine Ausbildungsgarantie nach dem Vorbild Österreichs, die den Jugendlichen, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz bekommen, den Einstieg in das erste Ausbildungsjahr in einer außerbetrieblichen Ausbildung bietet.  Das ist allemal besser, als die Jugendlichen durch die zahllosen Warteschleifen im Übergangsbereich zu schleusen“, fasst Anke Unger, DGB-Regionsgeschäftsführerin die prekäre Situation von jungen Menschen auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive im Kreis Lippe zusammen.

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Quelle der angegebenen Zahlen: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Bonn, Datenerhebung per 30.9.2020 für den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung

Regionale Auswertungen für den DGB:  Dr. Klaus Keßler ,Detmold  

 


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