Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18 - 17.06.2020

Beschäftigte in der Fleischindustrie müssen besser geschützt werden

Tönnies wird zum Corona-Brennpunkten

Corona in der Fleischindustrie - überraschend? Nicht erst seit dem Corona Ausbruch beim Fleischunternehmen Westfleisch war zu befürchten, dass die Firma Tönnies nicht verschont bleiben wird. Seit Jahren sind die üblen Lebens- und Arbeitsbedingungen der überwiegend osteuropäischen Beschäftigten bekannt und der Gesundheitsschutz wurde jahrelang vernachlässigt.

„Diese Situation fällt uns in der aktuellen Pandemie auf die Füße und alle Hilferufe der Betroffenen wurden nicht gehört. In den Massenunterkünften werden die Beschäftigten dicht an dicht in kleinen Zimmern zusammengedrängt. Auf dem Weg zur ihrem Arbeitsplatz finden sie sich jeden Tag in vollgestopften Bussen wieder. Höchst problematisch sind auch die viel zu geringen Abstände an den Zerlegebändern und in den Umkleiden. Unter solchen hygienischen Bedingungen können die jetzt aufgetretenen Corona-Infektionen für niemanden eine Überraschung sein. Das Wohl der Beschäftigten war schon längst abgemeldet!“, bewertet  Anke Unger, Regionsgeschäftsführerin des DGB in Ostwestfalen-Lippe, die Situation bei der Firma Tönnies.

Klar ist: In vielen Fleischverarbeitendenbetrieben waren die Zustände schon vor der Pandemie miserabel. Die Corona-Fälle sind das Resultat eines Preiskampfes, der auf Lohndumping und dürftigen Gesundheitsvorkehrungen beruht.

„Die Leittragenden sind die vielen erkranken Menschen, die das mangelnde Risikomangement der Firmenleitung leidvoll ausbaden müssen. Auch dass durch diesen Corona-Ausbruch alle KiTas und Schulen im Kreisgebiet geschlossen werden, trifft tausende Kinder und deren Familien wieder sehr hart.“

 

 

 


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